Wie die Goldmünze zu ihrem Orchester kam

Das erste Konzert der Wiener Philharmoniker fand am 28. März 1842 statt – die goldene Münze hingegen wurde am 10. Oktober 1989 erstmals im Handel angeboten.

Grundlegend für die Prägung des Philharmonikers war, dass im November des Jahres 1988 eine Gesetzesänderung in Österreich die Ausgabe von reinen Goldmünzen ermöglichte. Demzufolge wurde die Idee geboren, eine Goldmünze zu kreieren, die zukünftig für die Musik in Österreich stehen sollte.

Das weltbekannte Orchester der Wiener Philharmoniker sollte in diesem Zusammenhang eine repräsentative Rolle einnehmen. Anfangs waren die Orchestermusiker von dieser Idee alles andere als begeistert. Doch der damalige Orchestervorstand, Frau Resel, war anderer Meinung. Mit Elan und Überzeugungskraft ist es ihr schließlich gelungen, die Zustimmung des Orchesters zu bewirken. Der Grundstein für die Münze war gelegt.

 

Das Design des Wiener Philharmonikers

Thomas Pesendorfer – Chefgraveur der Münze Österreich – ist der Vater des Motivs des Philharmonikers. Die Vorderseite der Münze zieren acht charakteristische Instrumente des Orchesters: Im Vordergrund sind fünf Streichinstrumente, also vier Geigen und mittig ein Cello zu sehen, dahinter thronen Horn, Fagott und Harfe.

Über den Instrumenten ist der Schriftzug „Wiener Philharmoniker“ halbkreisförmig angeordnet. Bei der Silberversion steht unter dem Schriftzug noch das Wort „Silber“, auch um zu verhindern, dass nachträglich vergoldete Silbermünzen mit dem Philharmoniker verwechselt werden können.

Ansonsten entspricht das Design der silbernen Münzen dem güldenen Original. Die Rückseite der Münze offenbart die bekannte und berühmte Orgel aus dem großen Goldenen Saal des Gebäudes des Wiener Musikvereins.

Über dem Orgelbild steht im Halbkreis „Republik Österreich“, und unter der Orgelbalustrade ist das Feingewicht und „Gold 999,9“ bzw. Feinsilber angegeben. Darunter kann das Prägejahr erspäht werden. Am unteren Rand der Goldmünze ist das Nominal angegeben. Der Münzrand ist gerippt. Das äußere Erscheinungsbild des Philharmonikers blieb bei allen technischen Veränderungen bis heute unberührt – nur das Prägejahr ändert sich.

Wiener Philharmoniker: Zahlen und Fakten

Der Wiener Philharmoniker ist die erfolgreichste europäische Goldmünze und war laut „World Gold Council“ in den Jahren 1992, 1995, 1996 und 2000 die am meisten verkaufte Goldmünze der Welt.

Anfangs gab es von den Goldmünzen nur zwei Feingewichte:

  • 1 Unze (ca. 31,1 g) und
  • 1/4 Unze.

Ab September 1991 kamen dann die

  • 1/10-Unzen Münzen und
  • ab Oktober 1994 die ½-Unzen Münzen hinzu.

Im Jahr 1990 war die Münze die meistverkaufte in Europa, am Weltmarkt erklomm sie den zweiten Rang. Mehr als 8,2 Millionen Philharmoniker wurden von 1989 bis 2004 verkauft, das entspricht 5,6 Millionen Unzen bzw. 174 Tonnen reinen Goldes. Würden alle Münzen übereinander gestapelt werden, würde der Münztum den Mount Everest mit seinen 8.850 Meter weit überragen.

Zum 15-jährigen und zum 20-jährigen Jubiläum der  Goldmünzen sind Sondereditionen herausgegeben worden, die besonders wertvoll sind. Darunter auch der legendäre „Big Phil“ mit einem sagenhaften Nennwert von 100.000 Euro.

Die damals größte Münze der Welt schaffte es sogar ins Buch der Rekorde und besteht aus 31,103 kg reinem Gold. Von diesen 1000 Unzen Goldmünzen wurden lediglich 15 Stück hergestellt. Seit dem 1. Februar 2008 wird auch eine Silberversion der Münze mit einem Nennwert von 1,50 Euro herausgegeben.

Vom Schilling zum Euro

Der Wiener Philharmoniker ist die bisher einzige europäische Anlagemünze mit Euro-Nennwert. Im Jahr 2004 hielt die besondere Münze aus Wien allein in Europa 35 bis 40 % der Umsätze.

TV Spot der MÜNZE ÖSTERREICH für Weihnachten

Der TV Spot der MÜNZE ÖSTERREICH präsentiert den Philharmoniker am Weihnachtsbaum hängend. Als perfektes Geschenk für Weihnachten, zum Selberschenken, Sammeln oder kaufen lassen.

In Nordamerika und Japan ist die Goldmünze von besonderer Bedeutung. Der Wiener Philharmoniker zeichnet sich nicht nur aufgrund seiner Schönheit aus, sondern auch aufgrund seines Wertes. Die Goldmünzen gelten als offizielles Zahlungsmittel mit dem entsprechenden Nennwert. Mit der Einführung des Euro im Jahre 2002 änderte sich der Nennwert von Schilling zu Euro. Nach dem 1. Januar 2002 durften keine Münzen mit der Schilling-Angabe mehr verkauft werden. Dieser Wechsel der Währung führte dazu, dass der Wiener Philharmoniker des Jahres 2001 heute im Jahr 2013 extrem begehrt ist, da viele der Münzen eingeschmolzen wurden.

Gold- und Silber-Philharmoniker: Wie wird der Wert ermittelt?

Als Bullionmünze (Edelmetallmünzen, die in hohen Stückzahlen geprägt werden) wird der Philharmoniker jedoch nicht zum Nennwert, sondern zum Edelmetallwert gehandelt, weswegen diese für Anleger derart interessant ist.

Der Philharmoniker hat einen Feingehalt von 999,9 – was purem Gold entspricht. Sein Verkaufspreis orientiert sich am tagesaktuellen Goldpreis zuzüglich eines geringen Aufgeldes. Der Wert des Silber-Philharmonikers ist natürlich vom Silberpreis abhängig.

In den meisten Ländern wird der Gold-Philharmoniker umsatzsteuerfrei gehandelt, wogegen der Silber-Philharmoniker teilweise einem verminderten Umsatzsteuersatz (z. B. in Deutschland) unterliegt. Der Wiener Philharmoniker wird ausschließlich in Wien in der Münze Österreich nach Bedarf geprägt. Die Münze Österreich AG mit Sitz in Wien ist für die Ausgabe und die Prägung aller österreichischen Münzen verantwortlich.

Wo kann der Wiener Philharmoniker gekauft bzw. verkauft werden?

Obgleich der Wiener Philharmoniker kein Relikt aus der grauen Urzeit darstellt, hat er schon längst Kultstatur errungen. Nicht nur Sammler und Anleger aus Österreich interessieren sich für die berühmten Wiener Goldmünzen – auf der ganzen Welt finden sich Freunde des Wiener Philharmonikers.

Gekauft werden können die Münzen aus Silber und Gold bei Banken und Sparkassen, aber auch bei Münzhändlern. Inzwischen finden sich im Internet auch jede Menge Anbieter – gewerblicher und privater Natur – online kann man die Münzen natürlich auch verkaufen.

Entscheidend ist, Kontakt mit einem seriösen Händler bzw. Ankäufer aufzunehmen. Es zahlt sich aus, einen Vergleich in die Wege zu leiten, bevor zur Tat geschritten wird. Anleger sollten abgesehen von den Preisen auch auf die Qualität der Münzen achten. Auch diese wird nämlich gezielt bewertet. Kratzer oder gar Dellen könnten beim Ankauf der Wiener Philharmoniker durchaus negativ sein, einige Händler bewerten dies mit Abschlägen.